Neues Land - Roman

Eine Neubausiedlung, drei Frauen und ihre Freundschaft.

Anna, Sandra und Vanessa ziehen gemeinsam mit ihren Familien in die Neubausiedlung einer schwäbischen Kleinstadt, nach Salzbach, wo sie sich durch große Fensterfronten zuwinken können.

Durch ihre Kinder, die noch nicht alleine auf den Spielplatz gehen, lernen sich die drei Nachbarinnen, näher kennen und stellen sich der Herausforderung, trotz unterschiedlicher Lebenseinstellungen von Nachbarinnen zu Freundinnen werden zu können. Auf dem Weg dorthin verändern sie nicht nur ihre Einstellung gegenüber sich selbst, sondern auch gegenüber der Umwelt und entdecken, dass Freundschaft in Zeiten des Wandels die beste Art ist, dem Leben zu begegnen.

Dabei wird die Geschichte dieser Nachbarschaft durch Alltägliches, aber auch Belastendes skizziert: Die Eigenheiten der Nachbarn, das Verschwinden von Freundschaften, der technische Fortschritt, der Immobilienwahnsinn, der Tod von Sandras Großtante, das (Über-)Leben von Annas Mutter in Hamburg und der zunehmende Klimawandel.

Überschattet wird die Zeit nach dem ersten viel zu langen Sommer nicht nur vom Klimawandel und von Corona, sondern auch von der Trennung zwischen Sandra und ihrem Mann. Und so steht am Ende des Romans nicht nur der Klimawandel im Vordergrund, sondern auch der Abschied von Sandra, die aus Salzbach wegzieht und die Frauen vor die Frage stellt, was im Leben wirklich wichtig ist.

Details

  • Roman

  • Erscheinungstermin 25. Mai 2021

  • 244 Seiten

  • Tredition Verlag

  • ISBN 978-3-347-18694-1 (Hardcover)

  • ISBN 978-3-347-18693-4 (Paperback)

  • ISBN 978-3-347-18695-8 (e-Book)

  • Deutschland: 20,00€ (Hardcover), 12,00€ (Paperback), 5,99€ (e-Book)

Leseprobe

Sommer 2020

Ich stehe mit dem Rücken zu den Dünen und beobachte das Meer.

Wir sind insgesamt zehnmal umgezogen, haben jedes Mal die Heringe aus dem Sand gezogen und uns dem stetigen Herankriechen des Meeres geschlagen gegeben. Es ist nur ein Zelt, kein Haus und keine Heimat, die wir mit uns herumschleppen. Aber es wird mir klar, was das Ansteigen des Meeresspiegels für uns alle bedeuten kann.

Keiner hat es für möglich gehalten, dass heute die Flut den größten Sandstrand an der Nordsee überfluten wird. Es ist eine weite Ebene, die sich langsam mit Wasser füllt. Die Ausläufer des Meeres kommen immer näher. Wie kleine Zungen, die nach dem Land lecken. Immer mehr wird der Strand zu einer endlosen Ebene aus Wasser. Nur die Holzstangen, die den Hundestrand begrenzen sollen, zeigen uns, wo wir vor einer halben Stunde gesessen haben.

Wie weit entfernt wir davon sind. Wie nah das Wasser gekommen ist. Und dabei schleppen wir nur ein Zelt und kein Zuhause mit uns herum.

Leserstimmen

„Irgendwie fast schon wie ein Gegenstück zu "Desperate housewives", nicht schrill, aufgetackelt, hektisch, sondern fein, leise, langsam wachsend, so ist die Entwicklung zwischen einigen Frauen in einer schwäbischen Neubaugegend. Wo protzig-bayrische SUV und schwäbische Marken-Limousinen stets frisch glänzend vor der Türe stehen, öffnet sich einem ein zurückhaltenderer Blick hinter die Gardine, hinein in einsame Herzen, in scheues Kennenlernen, in ein vorsichtiges Entstehen von Freundschaften. Unscheinbar kommt es her, das Büchlein, aber es zog mich wie in einen Sog. Ich freute mich für jedes Lächeln, für jede neue nachbarschaftliche Geste. Die Wahrhaftigkeit der "slow-wives", der sich langsam entfaltenden Gefühle war für mich wie eine beruhigende Entschleunigung in Zeiten atemloser Thriller und Wegwerf-Krimis. Das Büchlein wirkte wie Balsam auf meiner Seele.”

Susanne

„Was vom Leben bleibt, sind die Begegnungen mit anderen Menschen: Mit feiner, leiser und eindringlicher Stimme beschreibt Nicole Weis in „Neues Land“ das sich Annähern dreier Frauen in der Neubausiedlung einer schwäbischen Kleinstadt - vor dem Hintergrund von Klimawandel, Immobilienwahnsinn, Erziehungsratgebern und der Corona-Krise. Die intensiven Beschreibungen nehmen die Leser*innen mit auf eine Reise in das Denken und Spüren von Anna, loten die Tiefe der wachsenden Freundschaft mit Vanessa und Sandra aus. Und geben einen berührenden Einblick in die Seelen der Kinder und Erwachsenen (Menschen), denen Anna einfühlsam nachspürt. Ein Leseerlebnis, das durch die ganz eigene, ausdrucksstarke, farbige und bilderreiche Sprache nachhaltig haften bleibt.”

Inge

„Dieses Buch schenkt dem Leser wunderbare Einblicke in manch problematische Fehlentwicklung unserer Zeitgeschichte, wo ein wohltuender Unterton von Ironie mitschwingt. Gleichzeitig eröffnet sich eine einfühlsame Begegnung mit besonderen Menschen, die wir alle im Alltag in unserem Land antreffen können. Ein berührendes Plädoyer für mehr Menschlichkeit in unserer Gesellschaft.”